FR 205/305 Tipps&Tricks
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Forestle - Im Internet suchen & Regenwald retten

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Handhabung des Forerunner205 (305)

Softwareversion 2.80 / GPS 3.00

Navigationshilfen

 

Routen

* Merkmale * Anleitungen * Erfahrungen*

 

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Zum Thema Routen enthält das Handbuch nur ein paar knapp gehaltene Hinweise, wie diese am Gerät erstellt und aufgerufen werden. Es gibt aber weit mehr zu diesem Thema zu entdecken. Das beginnt bereits mit der Erstellung der Routen. Die müssen nicht zwangsläuftig im Forerunner einprogrammiert werden. Das geht auch mit einem kompatiblen Programm. Interessant dabei ist, daß Kartenprogramme verschieden auf den Forerunner zugreifen.
 
Bei der Erstellung und der Verwendung von Routen gibt es ein paar wichtige Regeln, die man berücksichtigen sollte, damit Kompass- und Distanzanzeige des Forerunners korrekt funktionieren. Diese Regeln sollte man unbedingt kennen. Wer erst unterwegs durch Zufall zum ersten Mal auf Probleme mit Kompass- und Distanzanzeige stößt, könnte dadurch unter ungünstigen Umständen in eine mißliche Lage geraten. Die Tipps in diesem Kapitel möchten helfen, sich mit Fehlerquellen gezielt auseinander zu setzten und sie dadurch zu vermeiden.

Menü 

Navigation > Routen >  ....
 
 
 
Routen erstellen ...

... mit dem Forerunner

(1) Voraussetzung

Es wurde eine Positionenliste angelegt. >klick<

(2) So wird es gemacht

  • Im Menü Navigation > Routen >  wählt man > Neu

Daraufhin sieht man zwei schwarze Felder. Das untere ist automatisch angewählt. Man bestätigt mit enter und öffnet dadurch die Positionenliste.

Die Wegpunkte sind alphanumerisch sortiert.

  • Mit den Pfeiltasten hangelt man sich zum gewünschten Eintrag durch, bestätigt >Verwenden< mit enter und sieht nun den ausgewählten Wegpunkt in der Route.
  • Anschließend das schwarze Cursorband mit den Pfeiltasten auf die gestrichelten Linie setzen, mit enter bestätigen und den nächsten Routenpunkt aus der Positionenliste auswählen.

 

Auf diese Weise stellt man die komplette Route zusammen.

 

In der obersten Zeile generiert das Programm automatisch eine Bezeichnung für den Kurs aus dem ersten und letzten Namen der Routenpunkte. Diese läßt sich nach Belieben ändern.

 

Ist die Route fertiggestellt, kann man Nav-Start mit enter bestätigen oder mit mode das Menü verlassen. Die Route wurde automatisch gespeichert.

 

Eine derartig erstellte Route kann jederzeit nachträglich verändert werden, indem Positionen vertauscht, hinzugefügt oder gelöscht werden. Diese Funktionen sind sehr wichtig, wenn unterwegs umdisponiert werden muß, oder eine Route unterbrochen wurde und man dann irgendwo in der Mitte starten muß. Es ist auch möglich, die komplette Route umzukehren. Navigation > Routen > ... > Umkehren

 

Für die Routenerstellung geeignete Programme

Garmin MapSource

Das Garmin Training Center enthält keine Funktion,zum Erstellen einer Route. Dazu bietet Garmin das Programm MapSource an, das beim Kauf einer Karte inclusive ist. Ohne MapSource und ohne Garmin-Karte wird im Garmin TrainingCenter lediglich die BaseMap angezeigt, die kaum mehr als Kontinente,große Städte, Flüsse und Hauptverkehrsadern enthält. Wer keine Garmin-Karte kaufen möchte, kann statt dessen garmintaugliche freie Karten aus dem Internet beziehen. Um die in MapSource zu integrieren, bedarf es einiger Programme die man ebenfalls aus dem Internet beziehen kann und dann noch einer großen Portion Geduld, bis man durchschaut, wie alles ineinander greift. > NU-klick Ob sich der ganze Aufwand lohnt, muß jeder für sich selbst beantworten. OSM-Karten sind so ein freies Kartenwerk, ein Gemeinschaftsprodukt von GPS-Track-Sammlern und Hobby-Kartenzeichnern auf der ganzen Welt. In ländlichen Bereichen gibt es noch sehr große weiße Flecken. In vielen Großstädten dagegen sehen die Karten schon richtig gut aus. Dafür, daß sich die weißen Flecken auf der OSM-Karte schließen und Kartenfehler korrigiert werden, kann man selbst sorgen, indem man sich am Sammeln der Tracks beteiligt und diese bei OSM hoch lädt. Der Upload kann direkt von GPSies aus erfolgen, wenn man sich bei OSM kein Konto einrichten möchte.

GPSies

GPSies ist nicht nur gut zum Sammeln von Tracks geeignet. Es bietet auch einen recht komfortablen Streckeneditor an.Wer allerdings unabhängig vom Internet Strecken erarbeiten möchte, muß sich nach Karten umsehen, die mit Garmin-Geräten kompatibel sind. Meine Wahl fiel auf den magicmaps TourExplorer. >klick< Den gibt es allerdings nicht kostenlos. Ich finde die Arbeit mit diesem Programm sehr komfortabel und die topographischen Karten im Maßstab 1:25.000 sind eine gute Planungsgrundlage für Wanderungen, Radtouren usw. usw. Es gibt sicherlich noch mehr gute Programme, die man hier nennen könnte. Aber das sind die Programme, die ich bislang ausführlich getestet habe und von denen ich berichten kann, in welcher Weise sie auf den Forerunner205/305 zugreifen. Da gibt es bemerkenswerte Unterschiede!

 

Routen erstellen ...

(1) ... mit GPSies > Strecke erstellen (Stand 2009/03)

GPSies nenne ich an erster Stelle, weil es ohne Aufwand per Internet zur Verfügung steht. Man ruft das Fenster Strecke erstellen auf, zoomt sich in die Karte hinein und kann dann sofort loslegen. Die erste kleine Strecke ist rasch erstellt. Es ist wichtig, daß man sich erst einmal eine kurze Teststrecke vor der Haustüre erstellt, um Erfahrungen mit dem Verhalten der Routenpunkte, der Kartenanzeige, der Kompassanzeige und der Distanzmessung zu sammeln. Diese Erfahrungen vermitteln am besten, worauf man bei der nächsten Routenerstellung achten muß.

Ob aus der Strecke am Ende tatsächlich eine Route oder doch ein Kurs werden soll, entscheidet man, wenn man die Strecke auf den PC oder in den Forerunner herunter lädt.

Um eine Route zu erhalten, wählt man beim Export das Format: GPX-Route

GPSies überspielt die Routenpunkte nur in den Routenspeicher! Das ist eine interessante Sache, denn dadurch bleibt der Positionenspeicher frei! Dennoch sind die Routenpunkte auf dem Kartendisplay sichtbar.
GPSies benennt die Routenpunkte mit 3-stelligen Ziffern. Daran erkennt man auf dem Kartendisplay des Forerunners die geplante Richtung der Route. Auch diese Routen lassen sich im Forerunner umkehren. Auf dem Kartendisplay ist diese Umkehrung allerdings nicht zu erkennen, da sich die Routenpunktbezeichnung ja nicht ändert. Für Kompass-Anzeige und Distanzmessung ist die Umkehrung der Route jedoch von großer Bedeutung, wenn man sie in entgegengesetzter Richtung laufen möchte. Darauf gehe ich weiter unten noch ein. Um zu erfahren, in welcher Richtung die Route vom GPS-Kompass abgearbeitet wird, muß man die Routenpunktliste aufrufen Navigation > Routen > NN > Bearbeiten. 
Die - ich nenne sie mal internen - Routenpunkte, können im Gegensatz zu Routenpunkten die aus der Positionenliste stammen nicht geändert oder überprüft werden. Das bedeutet, Umbenennung, Korrektur der Koordinaten, zentrierte Anzeige auf dem Kartendisplay und GoTo sind nicht möglich. Die bei der Bearbeitung einer Route zur Verfügung stehenden Befehle sind also zum Teil den in der Positionenliste gespeicherten GEO-Punkten vorbehalten.
Sollen auf dem Kartendisplay markante Positionen hervorgehoben oder aus anderen Gründen in die Positionenliste eingetragen werden, muß man in GPSies Wegpunkte definieren. Die schreibt GPSies unabhängig von der Route in die Positionenliste. Da Route und Wegpunkte von GPSies im Forerunner nicht gekoppelt werden, muß die Kartenansicht aktiviert sein, damit man beides, also Route und Positionen, sieht. 
Man kann am Forerunner interne Routenpunkte gegen Positionen aus der Liste austauschen. Dazu muß man die Bezeichnung des internen Routenpunktes feststellen, beispielsweise, indem man in GPSies die Position des auszutauschenden Streckenpunktes auszählt. Im Forerunner holt man dann beim Bearbeiten der Route mit dem Befehl >Einfügen< die anzuzeigende Position aus der Positionenliste in die Route, setzt diese mit >Verschieben< + Pfeiltasten vor den ausgezählten Punkt und bestätigt mit >enter<. Anschließend setzt man den Cursor auf den nun überflüssigen internen Routenpunkt und wählt >Entfernen<.
 
 
Zusammenfassung:
- GPSies überspielt Routenpunkte nur in den Routenspeicher. Dadurch bleibt der Positionenspeicher frei und die Möglichkeiten für die Routenplanung erweitern sich enorm! Das ist ein sehr wichtiger Pluspunkt!
- Routenpunkte werden mit 3stelligen Ziffern benannt
- >Überprüfen< der internen Routenpunkte ist nicht möglich;
- >Einfügen< ja, aus der Positionenliste können Punkte hinzugefügt werden;
- >Entfernen< ja, die internen Routenpunkte werden unwiederbringlich gelöscht;
- >Ändern< der internen Routenpunkte ist nicht möglich;
- >Verschieben< ja
- die Route ist umkehrbar
 
 

(2) ... mit magicmaps TourExplorer > Linie erstellen (Version 3.0.0.)

Auch in diesem Programm ist das Erstellen einer Strecke - hier heißt sie Linie - ein Kinderspiel. Und wieder entscheidet erst das Download, ob die Linie als Route oder als Strecke in den Forerunner überspielt werden soll. Da die Punkte der in magicmaps erstellten Route jedoch in die Positionenliste des FR205 geschrieben werden, sollte man sich bereits beim Erstellen der Linie darüber im Klaren sein, als was sie anschließend genutzt werden soll. Beim Export erkennt das Programm, daß maximal 100 Routenpunkte erlaubt sind.
Die Routenpunkte werden automatisch numeriert. Die Löschung einer solchen Route finde ich sehr umständlich, da entweder die komplette Routenpunktliste gelöscht, am PC revidiert und neu überspielt werden muß, oder die Punkte von Hand aus der Liste heraus gepickt werden müssen. Das Organisieren der Routenpunkte mit Hilfe von MagicMaps ist allerdings kein Problem. Mit diesem Programm kann man eine Routenpunktdatei anlegen und die Routenpunkte nach Belieben in gestaffelten Ordnern gruppieren. Alternativ kann man sie auch direkt auf der Karte markieren.

 

Zusammenfassung:
- magicmaps TourExplorer überspielt alle Routenpunkte in den Positionenspeicher. Der Positionenspeicher des Forerunners reicht aber nur für maximal 100 Punkte! > Verwendung nur in Form von Luftlinienrouten sinnvoll;
 
- >Überprüfen<    ja/nein  > umbenennen, GoTo nicht möglich
- >Einfügen<       ja, aus der Positionenliste können Punkte hinzugefügt werden;
- >Entfernen<      ja, die Routenpunkte bleiben in der Positionenliste erhalten;
- >Ändern< ja > umbenennen, GoTo;
- >Verschieben<   ja

- die Route ist umkehrbar
 
 

(3) ... mit Garmin mapsource > Route erstellen (Version 6.13.7.)

In diesem Programm muß man sich von vorn herein entscheiden, ob man eine Route oder einen Track erstellen möchte. Dieses Programm setzt sämtliche Routenpunkte in die Positionenliste. Das bringt einen großen Nachteil mit sich, da diese im Forerunner auf 100 Positionen begrenzt ist. Ist die Liste voll besetzt, können mit MapSource keine Routen mehr in den Forerunner eingespielt werden. Ist die Positionenliste nur zum Teil besetzt, schiebt MapSource den Anfang der Route in den Forerunner und schneidet den Rest einer zu langen Route kommentarlos ab. Da heißt es aufpassen! Wenn so etwas passiert ist, kann man die nicht benötigten Routenpunkte aus der Positionenliste nur per Hand heraus filtern, wenn man nicht die komplette Liste löschen möchte. Natürlich kann man auch Positionenliste, Routen und Tracks aus dem Forerunner in MapSource sichern, die Routenliste mit ein paar Mausklicks bereinigen, im Forerunner die komplette Positionenliste löschen und dann mit MapSource wieder neu einspielen.

Da MapSource alle Routenpunkte in die Positionenliste schreibt, tauchen diese nun ständig in der Kartenanzeige auf. Das kann sehr störend sein, wenn man einen Kurs im Bereich einer von MapSource stammenden Route ablaufen möchte. Alternativ die Karte komplett ausblenden ist ja nicht Sinn der Sache.

 

Wenn also in MapSource erzeugte Routen ähnlich wie eine Strecke (Track) mit relativ dichter Punktfolge an den Wegen entlang "gebaut" werden, sind sie für die Verwendung im Forerunner nicht besonders gut geeignet.

Im Gegensatz dazu sind Luftlinienrouten mit nur wenigen Zwischenzielen eine gute Sache. Da die Routenpunkte von MapSource in den Positionenspeicher geschrieben werden, bleibt im Forerunner der Zugriff darauf erhalten. Soll die Route am FR geändert werden, ist das sehr wichtig.

 

Zusammenfassung:

- Garmin MapSource überspielt alle Routenpunkte in den Positionenspeicher. Der reicht aber nur für maximal 100 Punkte!

- >Überprüfen<  ja > Umbenennen, GoTo
- >Einfügen<      ja, aus der Positionenliste können Punkte hinzugefügt werden;
- >Entfernen<    ja, die Routenpunkte bleiben in der Positionenliste erhalten;
- >Ändern<        ja > umbenennen, GoTo;
- >Verschieben< ja

- die Route ist umkehrbar
 

(4) ... mit anderen Programmen / Download aus Routenportalen

Wie auch immer das Ergebnis einer Streckenplanung in diesem oder jenem Programm heißen mag, entscheidend dafür, ob die Planung im Forerunner als Kurs oder als Route landet, ist das Ausgabeformat. Um zu verhindern, daß man sich eine eventuell mühsam erstellte Positionenliste total durcheinander bringt, sollte man diese zuerst mit einem geeigneten Programm sichern, bevor man zu experimentieren beginnt.

Falls keine direkte Übergabe an den Forerunner zur Verfügung gestellt wird, kann man versuchen, die Strecke als GPX-Route in Garmin MapSource aufzurufen und dann von dort aus an den Forerunner zu überspielen. Dabei auf die maximale Routenpunktzahl achten!

 

 

Worauf muß man achten, wenn man eine Route erstellt?

(1) Routenpunkte positionieren

Da die Route im FR nur funktioniert, wenn man die Punkte auch der Reihe nach einfängt (Details dazu weiter unten), muß man bei der Routenerstellung sehr sorgfältig arbeiten. Die ganze Mühe ist umsonst, wenn Karten zu grob oder gar ungenau sind. Im Maßstab 1:25.000 bedeutet 1mm 25 Meter! Dazu kommt dann noch die Problematik, daß GPS-Signale nie 100% genau sein können. Die Abweichungen sind bei guten Geräten zwar minimal. Doch bei eingeengter Himmelssicht (zwei- oder einseitige Abschattung) sinkt die Genauigkeit. Zwischen Häuserwänden und in engen Tälern entstehen Reflexionen, durch die die Laufzeiten der Signale verändert werden. Auch das verfälscht die Positionsbestimmung. Auf keinen Fall darf man bei der Routenpunktsuche stehen bleiben! Dann ist es aus! Die GPS-Anzeige zeigt dann nur noch die Position an. Das angepeilte Ziel driftet und man kann nicht mehr erkennen, in welche Richtung man weitergehen muß.

Wie groß die Chance ist, daß auf Basis ungenauer Karten erstellte Routenpunkte eingefangen werden können, ist schlecht einzuschätzen. Karten im Maßstab 1:50.000 sind angesichts dieser Problematik für die Erstellung von GPS-Routen völlig undiskutabel. Müssen die Punkte einer Route sehr präzise sitzen, bevorzuge ich eine TOP10 also mit dem Maßstab 1:10.000. Satellitenbilder ermöglichen, sofern sie eine hohe Zoomstufe erlauben und die Wege erkennen lassen, eine gute Nachkontrolle für auf Kartensoftware erstellte Strecken. Wiederholte Überprüfungen im persönlichen Aktionsbereich vermitteln mit der Zeit ein Gefühl dafür, wie gut man sich auf seine Karte in diesem Gebiet verlassen kann.

(2) Erarbeitung einer weiträumigen Luftlinien-Route

Eine weiträumige Luftlinen-Navigation funktioniert in einem unbekannten Gebiet normalerweise nicht ohne Karte. Je gröber die Route angelegt ist, also je weniger und gleichzeitig weit auseinander liegende Routenpunkte sie hat, um so größer ist die Gefahr, daß man trotz GPS-Kompass-Leitstrahl auf große Umwege gerät, weil Wege, die zunächst scheinbar in die richtige Richtung führen, abschwenken, in eine Sackgasse führen oder oder oder. Mit umsichtiger Vorplanung kann man so etwas verhindern.

Zuerst setzt man die Punkte für Start, Zwischenziele und Ziel auf die Karte (am besten am PC). Dabei zieht man gleichzeitig Peillinien von Punkt zu Punkt.

Nun muß entlang der Peillinien überprüft werden, ob sie eventuel schwer überwindbare Hindernisse wie Gewässer, Steilhänge, Schluchten, Autobahnen, gesperrte Gebiete etc. schneiden. Wenn ja, muß man nach Brücken, Durchlässen und Umgehungen suchen und diese als Zwischenziele in die Route einfügen.

Das ist eigentlich schon alles.

 

 

Besonderheiten der Luftlinien-Route

(1-1) Vorteile der Luftlinien-Route

Meistens reicht die Eingabe von wenigen Positionsdaten, um eine Luftlinien-Route vorzubereiten. Die Vorbereitungszeit ist recht kurz.

Die Richtungsanzeige führt wie ein Kompass zum anvisierten Zwischenziel oder Ziel. Unterwegs kann man die Wege spontan auskundschaften, und sieht dabei an der Distanzanzeige neben dem Kompass, ob man sich dem Ziel nähert oder sich von ihm entfernt. In einem Gelände, das von einem dichten Wegenetz durchzogen ist, ergeben sich so aus einer einzigen Route immer wieder neue Strecken-Varianten.

(1-2) Nachteil der Luftlinien-Route

Man kann in Sackgassen geraten, wenn nicht ausreichend Zwischenpunkte für die Orientierung gesetzt wurden.

    - Es kann passieren, daß man versteckte Wege übersieht.

    - Die Streckenberechnung folgt den Luftlinien und ist daher sehr ungenau.

    - Die Berechnung der Reisezeit folgt ebenso den Luftlinien und ist daher ebenfalls sehr ungenau.

(2) Wann navigiert man am besten mit einer Route?

Die Luftlinien-Navigation erspart, eine Strecke im Detail vorzuplanen. Es ist lediglich die Eingabe von Ziel und Zwischenzielen notwendig. Dazu gehören auch Hindernisse, die umfahren werden müssen. Ideal ist so eine Routenplanung, wenn man sich in einem unkomplizierten Gelände bewegt und es viele Möglichkeiten gibt, zum Ziel zu gelangen.

Zwingend notwendig ist die Luftlinien-Navigation, wenn im zu durchquerenden Gebiet gar keine Wege auszumachen sind. Vorstellbare Szenarien gibt es sowohl zu Land, zu Wasser und in der Luft.

 

 

 

Worauf muß man achten, wenn man mit einer Route navigiert?

(1) Routenpunkte der Reihe nach einfangen

Der Forerunner ist darauf programmiert, die Punkte einer Route genau der Reihe nach abzuarbeiten. Verfehlt man einen Punkt, zeigt der GPS-Kompass während des weiteren Verlaufes der Route ständig zum verfehlten Punkt und ignoriert das Erreichen aller nachfolgenden Punkte. Wer also übereilt loszieht, ohne darauf zu achten, daß der erste Routenpunkt eingefangen wurde, wird zwangsläufig kurz darauf Probleme mit Kompass und Distanzanzeige feststellen. Wer nicht zurückkehren will, kann nur eines machen: den verfehlten Punkt aus der Route löschen.

Damit die Routenpunkte auch alle abgearbeitet werden können, müssen sie unbedingt so in die Karte gesetzt werden, daß man sie auch erreichen kann! Klappt das unterwegs aus irgendwelchen Gründen nicht, bleibt nichts anderes übrig, als den ganzen bereits abgearbeiteten Teil der Route bis zum verpeilten Punkt aus der Route zu löschen und sie dann neu zu starten. Nur so läßt sich die Irritation des Kompasses und der Distanzberechnung aufheben. Unangenehmer Nebeneffekt, die Route wird zerstört. Besitzt man für alle Fälle ein Duplikat der Route im FR-Speicher, hat man vor Ort die Möglichkeit, dieses Duplikat zu korrigieren. Dazu scannt man die erreichte Position und fügt diese anstelle des verpeilten Punktes in der Route ein. Auf die Track-Aufzeichnung hat das übrigens keinen Einfluß.

Besteht eine Route aus internen Punkten (GPSies - Route), die nicht in der Positionenliste enthalten sind, ist es ratsam, eine Routenskizze mitzunehmen, der man die Bezifferung der Routenpunkte entnehmen kann. Ansonsten wird das Austauschen der Routenpunkte zu einem mühsamen Unterfangen.

 

So kann es einem ergehen:

Ich starte eine Route, deren erster Punkt vor meiner Haustüre liegt. Da ich vorher noch auf die Karte gesehen hatte, laufe ich ohne den Kompass zu beobachten nach links und warte auf das Annäherungssignal des ersten Punktes. Das kommt aber nicht. Dabei laufe ich ganz nah an der Linie. Hmmm - - - Zur Kompass-Anzeige geklickt - - - Oh! Der zeigt ja in die entgegengesetzte Richtung! Und die Distanzanzeige klettert Schritt für Schritt nach oben! Also umgedreht, der Kompassnadel gefolgt und die Distanzanzeige beobachtet. Die sinkt jetzt natürlich. Vor der Haustüre suche ich den Startpunkt. Komme mir vor wie beim Topfschlagen! Näher, näher, näher.... weiter, näher, weiter .... Ja wo ist denn der blöde Punkt? Ich hatte den ersten Punkt im Satellitenbild bewußt links vom Hauseingang weg gesetzt. Aber jetzt stolperte ich auf der rechten Seite der Haustüre herum, weil der Punkt links nun nicht zu finden war. Die GPS-Signale spielten wohl gerade zwischen den Häuserwänden Ping-Pong! Blöde Reflexion! Mir wurde das Spiel zu dumm und ich marschierte los, ohne den ersten Routenpunkt einzufangen. Dem Kompass gefiel das natürlich gar nicht. Der zeigte immer noch zum ersten Routenpunkt und die Distanzanzeige kletterte unermüdlich aufwärts. Gleich kommt der 2. Routenpunkt, da wird der Kompass merken, daß ich richtig bin, dachte ich. Falsch! Nix hat er gemerkt und mir vorgerechnet, wie ich immer weiter weg lief vom 1. Punkt. Na, das wußte ich ja auch so und bevorzugte nun das Kartendisplay. Das machte wenigstens keinen Aufstand und zeigte mir, wie sich mein getüpfelter Track allmählich dem 3. Routenpunkt näherte. Der Annäherungsalarm hielt es jedoch mit dem Kompass und schwieg beleidigt. Solange Du den ersten Punkt nicht findest, verrate ich Dir auch nicht, daß Du schon längst den 2. und 3. gefunden hast. Ätsch! - Danke! Das ist ja nett! Zum Glück hab ich ja Augen im Kopf und kann mich an der Linie entlang hangeln. Ein bissel raus gezoomt, weil die Luftlinie ja nicht immer so genau am Weg läuft, aber dann klappt das schon. Und die Ecken der Wegabzweigungen sind immer schön schräg geschnitten eingegeben. Da finde ich dann auch ohne Kompass den Abzweig. Aber blöd ist das ja schon, daß der nicht merkt, daß ich doch schon längst auf dem richtigen Weg bin. - - -

Während ich so den verschneiten Weg nach ging, kam mir eine Idee! Ich kehre die Route einfach um! Dann zeigt der Kompass doch bestimmt in die richtige Richtung. Weil - - - dann ist ja der Anfang der Route das Ende und das Ende der Anfang und da will er mich ja hin lotsen, weil ich den Punkt ja noch nicht habe. - - - Gedacht, gemacht! - - - Ok - - - Das mit dem Kompass paßte jetzt. War aber vielleicht auch nur Zufall und konnte an der Richtung liegen, in die ich gerade lief. Oder? - - - DAS muß ich Morgen noch einmal machen, überlegte ich. Während ich weiter ging, orientierte ich mich erst mal am Karten-Display. Das paßte ja schon die ganze Zeit, weil ich die Luftlinien von Ecke zu Ecke gezogen hatte. Ich benötigte die Routenansicht nicht wirklich. Ich kannte ja den Weg. Aber ich wollte wissen, wie gut man sich nach diesen grob gezeichneten Linien im Notfall richten kann. Wenn sie einigermaßen in der Nähe des Weges laufen, geht das ganz gut - auch wenn man zwischendurch mal etwas weiter heraus zoomen muß, um sie sehen zu können. Aber wieso stieg denn die Distanzanzeige immer noch? Anscheinend entfernte ich mich doch noch vom neuen Anfangspunkt, der ja eigentlich der Endpunkt sein sollte. Oh je! Was ein Durcheinander! Also irgendwie war das alles sehr merkwürdig. Inzwischen hatte ich gut die Hälfte der 1,5km-Runde hinter mir. Der Kompass zeigte genau in die richtige Richtung. Kein Wunder, ich befand mich ja bereits auf dem Heimweg. Die Wegpunkte die ich dabei passierte ignorierte der Annäherungsalarm immer noch. Na, meinetwegen.  - - -  Da kam mir noch eine Idee - - - Ich stoppte die Route und enterte die Routenpunktliste. Wenn ich jetzt alle Punkte, an denen ich schon vorbei gelaufen war, einfach lösche, dann müßte doch der nächtste Punkt, den ich erreiche vom Annäherungsalarm erkannt werden. Irgendwie logisch - - - Oder? Also mal die ersten Punkte gelöscht .... Mist! Ich hatte doch die Route umgedreht! Ich hätte die letzten löschen müssen! Grrrrrr! Ok - verloren! Die Punkte waren weg und konnten nicht mehr aufgerufen werden, weil das eine Route von GPSies war. Egal! Ich tippelte weiter, warf hin und wieder einen Blick auf die dünne Pünktchenlinie, die sich nun nicht mehr an die dicke Routenlinie anlehnen konnte - die Punkte hatte ich ja blöderweise gerade gelöscht -  und beobachtete zufrieden den Kompass, neben dem die Distanzanzeige nun emsig abwärts zählte. Ich näherte mich also dem Ziel! Nur welchem? An der letzten Straßenecke begann ein flottes Countdown - - - 15m ... 11m ... 9m .... Auf einmal ein lautes, deutliches Piepen! Da freute sich aber jemand! *lach* > Ankunft an 001 < Ja, toll! Wer hätte das gedacht!


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Auf ein Neues, dachte ich am nächsten Abend. Die Route war überprüft. Alle Punkte saßen richtig. Also los ... und .... Och, nöööö! .... Schon wieder Topfschlagen! Und wieder auf der falschen Hausseite! Ich gab mir etwas mehr Mühe wie am Vorabend. Aber es war hoffnungslos. Während ich auf den 2. Punkt lossteuerte, rief ich das Routen-Menü auf, löschte Punkt 1 und startete die Route erneut. ... Hatte ich etwas falsch gemacht? Der Kompass zickte immer noch und die Distanzanzeige rechnete mir immer noch vor, wie ich mich weiter von dem inzwischen gelöschten Punkt entfernte. Ich wechselte in die Kartenanzeige und beobachtete die Annäherung an Punkt 2. Der hatte wohl Schiß bekommen. Jedenfalls hüpfte der andauernd mitsamt der daran hängenden Route vor mir weg. Wo ich ihn hätte treffen müssen, wußte ich ja und da lief ich auch her. Aber das nette Pünktchen zog es vor, mit mir Fangen zu spielen. Ein paar Meter investierte ich für ein kleines Spielchen. Doch das wurde mir schnell zu blöd. Und Tschüss!!! Den nächsten Punkt gelöscht. Ich ließ die Route nun erst mal ein bissel nachdenken und trollte mich ohne die überflüssige Krücke in Richtung nächstes Zwischenziel. Etwa nach der halben Distanz aktivierte ich die Route wieder. Nun gaben Kompass und Distanzanzeige brav Auskunft über die Annäherung und plötzlich: Piiiiiep! Annäherung an  Ja an was denn? Hmmm. Achja! Der Punkt war ja incognito! GPSies-Routenpunkt! Von da an waren wir uns einig, der Forerunner und ich. Und am Ende verkündete er fröhlich: Ankunft an 017! Na bitte! Wer sagts denn! ;o)


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Route im Forerunner205/305 - Werkzeug für die Luftliniennavigation

Es gibt verschiedene Indizien dafür, daß die Routen-Funktion im Forerunner in erster Linie zur Luftlinien-Navigation gedacht ist.

Nehmen wir beispielsweise die Annäherungs-Alarme. Konstruiert man die Route so, daß sie exakt auf dem Weg mitläuft, wird man vor lauter Piepsen bald verrückt werden. Annäherungsalarme und damit auch die Routenpunkte machen nur dort Sinn, wo es etwas zu beachten gilt: Abbiegehinweise, Sehenswürdigkeiten ....

Ein weiteres Indiz dafür ist der auf 100 Positionen begrenzte Wegpunktspeicher im Forerunner, die Positionenliste. Für das Erstellen langer Routen, die exakt auf den Wegen entlang laufen sollen, ist das sehr knapp bemessen. Erst recht, wenn man mehrere Routen gleichzeitig speichern möchte.

Auch die Tatsache, daß die Routenpunkte der mit GarminMapSource erstellten Routen grundsätzlich alle in die Positionenliste geschrieben werden, bestärkt mich in dieser Meinung. Schließlich werden die Punkte der Positionenliste alle auf der Karte angezeigt, wo sie nur nützen, wenn sie großräumig verteilt sind.

Wer lange Routen mit zahlreichen Abbiegehinweisen abspielen lassen möchte, muß entweder mit GPSies tricksen oder sich besser gleich ein Gerät zu legen, das für das Abspielen solcher Routen gebaut ist.

Der Trick, Routen mit GPSies unter Umgehung des Positionenspeichers in den Forerunner zu spielen, hat nicht nur Vorteile. Muß man Routenpunkte aus geschilderten Gründen löschen, sind sie endgültig aus dem Gerät entfernt.



Neue Forerunner-Generation ohne Routenfunktion

In Foren las ich so manche Postings, in denen irritiert gefragt wird, warum Routen gekürzt werden, wenn man sie vom PC auf den Forerunner überspielt. Hier wurde der Zusammenhang mit der Positionenliste nicht verstanden, auf die sich im Forerunner alle Routen beziehen. Wer dann obendrein die Probleme  mit Kompass- und Distanzanzeige nicht durchschaut, wenn Routen nicht so erstellt wurden, daß man die Routenpunkte auch erreichen konnte. ....


Ob Garmin daraus die Konsequenz gezogen hat?


Im Forerunner 405 können jedenfalls laut Produktbeschreibung keine Routen mehr gespeichert werden. Und auch der Besitzer eines Forerunner 310XT muß ohne Routenfunktion leben. Schade! Ich finde sie ganz nützlich. Ich hoffe, meine 205er tut's noch 'ne Weile. :-)