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Satteltaschen

Gut sitzende Packtaschen sind das A&O bei einem Wanderritt. Sie müssen die Ausrüstung übersichtlich in sicher verschließbaren Fächern aufnehmen können und sie vor Schmutz und Nässe schützen können.

 

Packtaschen müssen so am Sattel befestigt werden, daß ihr Gewicht nicht auf die Wirbelsäule drückt.

 

Das klassische Packtaschen-Set besteht aus Vordertasche(n), Hinterpacktaschen und Mantelsack (Banane).

Bananentasche

Auf Tagesetappen mit wenig Gepäck tut bei mir eine große, weiche Bananentasche von Eskadron gute Dienste. Im Internet finde ich sie nicht mehr. Sie sieht der bei Pferdesport-Krämer angebotenen Tasche ähnlich, hat allerdings wie dieses AWA-Modell einen Reflex-Streifen. Solche Taschen werden auch unter dem Namen "Mantelsack" geführt.

Damit die Bananentasche gut am Sattel sitzt, zurre ich sie mit zwei Schnüren an den Gepäck-Ösen fest und ziehe sie dabei vom Pferderücken bzw. vom Widerrist weg. Ich nutze die verformbare Tasche also auch vorne. Nur mit Karabinern eingehängt würde sie lose auf dem Pferd liegen, herumrutschen und sich in schnellen Gangarten abheben und wieder auf das Pferd fallen. Das darf nicht sein.

Den Inhalt der Bananentasche ordne ich in stabile Gefrierbeutel mit Zip-Verschluß. Die lassen sich leicht öffnen und wieder luftdicht schließen, halten Kleinteile übersichtlich zusammen und schützen den Inhalt vor Schmutz und Feuchtigkeit, wenn sich innerhalb der Tasche ein Behältnis öffnet. Beutel mit zuziehbarem Zipverschluß sind von allen denkbaren Varianten am bequemsten zu handhaben.  Dünne Beutel reißen unter Belastung gerne ein. Also lieber etwas mehr für stabile Beutel ausgeben, die dann mehrere Touren aushalten.

Sattelkranztasche

Für kleines Gepäck werden unter Wanderreitern auch Stowaway-Packtaschen empfohlen. Beim Kauf ist darauf zu achten, für welche Sattelform sie gedacht sind, damit sie sich später gut befestigen lassen. Für Englisch-Sättel, die keine Auflagemöglichkeit für Satteltaschen bieten, kann man eine Tasche kaufen, die sich auf den Sattelkranz aufstecken läßt. Das verhindert den direkten Kontakt mit dem Pferderücken. Bei Reitshop24 findet man eine Sattelkranztasche unter dem Namen Bananentasche englisch.

 

Horntaschen / Sattelhorn-Taschen

... sind etwas für Westernsättel. Wie der Name schon sagt, werden sie am Sattelhorn aufgehängt. (Bilder) Sie sind für "Kleinkram" gedacht, der beim Reiten schnell greifbar sein soll. In manchen Formen sind extra Flaschenhalter oder Handytaschen integriert. Letztere würde ich allerdings nicht nutzen. Ein Handy ist am Reiter sinnvoller aufgehoben.

 

Vorderpacktaschen

... sind für Wanderreitsättel ohne Horn gedacht und werden auf der vorderen Satteltaschenauflage befestigt. (Bilder) Legt man sie direkt auf den Widerrist, muß man bedenken, daß das Gewicht auf die Nackenwirbel drückt. Das sollte man möglichst vermeiden.

 

Packsack

Schlafsack und Ersatzkleidung lassen sich am besten mit Packsäcken schützen, die mit einen Rollverschluß (Deeplink leider nicht möglich) staub- und wasserdicht verschlossen werden. Ein Packsack mit Sichtstreifen (Deeplink nicht möglich; Haken bei "mit dem Boot" setzen) erleichtert das Auffinden einzelner Gegenstände. Solche Packsäcke scheinen sich als Ersatz für Bananentaschen anzubieten. Bleibt auszutesten, wie gut sie sich gegen das seitliche Wegrutschen am Sattel sichern lassen. Zu den von Ortlieb für das Wanderreiten empfohlenen Produkten gehört das RackPack. Es wird im Gegensatz zum Packsack an der Längsseite geschlossen und ist mit verschiedenen Gurten, Schnallen und einem Tragegriff ausgestattet

 

seitliche Packtaschen

Satteltaschen, die rechts und links am Pferd herunter hängen gibt es in sehr unterschiedlicher Qualität. Diese wird von Material, Verarbeitung der Nähte, Verschließbarkeit und Ausstattung mit Verschlüssen, Ösen und Gurten/Riemen bestimmt.

Das Packgewicht der Taschen hängt an einem mehr oder weniger schmalen Steg. Dieser sollte nach Möglichkeit auf einer speziellen Verlängerung des Sattels aufliegen. (Bild1/ Bild2). Die an der Sattelverlängerung befestigten Bänder zieht man durch die Löcher im Taschen-Steg und fixiert sie so gegen das Verrutschen. Die unteren Enden der Taschen werden mit dem Sattelgurt verbunden und dadurch in ihrem Bewegungsspielraum eingeschränkt.

Auch alte Armee- bzw. Militärsättel weisen solche Auflagen oder gar spezielle Vorrichtungen für die Mantelsackbefestigung auf. Des weiteren sind sie auch bei Westernsätteln (Trachtensätteln) in mehr oder weniger ausgeprägter Form zu finden.

 

Es gibt aber auch Sattelformen (englischer Sattel), die so eine Verlängerung nicht besitzen. Wie wichtig die aber für die Befestigung von Satteltaschen ist, wird leicht übersehen, wenn in Produktbeschreibungen der Satteltaschen lediglich darauf hingewiesen wird, daß Steg oder Riemen mit einer Decke unterfüttert werden sollen. So eine Maßnahme verhindert aber nicht, daß das Gewicht der Taschen die Wirbelsäule punktuell belastet. Dem Pferd zuliebe sollte man solche Taschen ohne entsprechenden Sattel lediglich zum Transport leichter Gepäckstücke verwenden.

 

Ortlieb, bekannt für ausgeklügelte Taschen-/Packsysteme, hat Pferdepacktaschen entwickelt, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Auf den ersten Blick erinnern sie an Fahrradtaschen. Ein wesentlicher Unterschied ist jedoch die gepolsterte Rückseite. Das ausgeklügelte Befestigungssystem erahnt man am besten, wenn man sich die Montageanleitung http://www.ortlieb.de/_anleit/pferdetasche.pdf ansieht. Reiter, die mit diesen Taschen Erfahrung haben, berichten, daß die Befestigungsmöglichkeiten sehr variabel sind. Daß der Kreuzgurt (B) nicht direkt auf dem Pferderücken aufgelegt werden darf, versteht sich von selbst. Daß eine normale, dünne Schabracke zur Unterfütterung der Gurte nicht ausreicht, ist auch klar. In Kombination mit Englischsätteln sind solche Taschen nicht unbedingt gedacht. Wenn ein Vielseitigkeitssattel aber stabil genug ist für Gepäckösen (vom Sattler anbringen lassen), kann es aber auch damit funktionieren. Wegen der kleineren Auflageflächen des Sattels, sollte man die großen Taschen dann aber nicht all zu schwer beladen.

Hier > klick < zeigt eine Fotodokumentation, wie die Taschen an diversen Packringen eingehängt werden.

Rucksack versus Satteltasche?

Hin und wieder liest man die Idee, man könne das Tagesgepäck beim Reiten vielleicht auch im Rucksack mitführen. Doch man liest dann auch den guten Rat, das lieber sein zu lassen.

Meine Rucksackerfahrungen beschränken sich auf Wandertouren. Daher kann ich weder positiv noch negativ berichten.

 

Argumente gegen den Rucksack liegen auf der Hand:

Für einen guten Reitsitz ist eine elastisch schwingende und gut aufgerichtete Wirbelsäule von großer Bedeutung. Ein ganz leichter Rucksack mag da möglicherweise nicht stören. Doch sobald die ersten Kilos auf dem Rücken hängen, verschlechtert die Belastung den Sitz. Obendrein verlagert ein schwerer Rucksack den Schwerpunkt des Reiters. Im Fall einer unerwarteten Be- oder Entschleunigung ;-) kann das  fatale Folgen für den Reiter haben.

 

 

Wohin mit dem Kleinkram?

Meine erste Wahl: Taschenwesten! Auch geläufig unter dem Begriff Outdoorwesten  oder Fotowesten.

Da sollte das hinein passen, was unbedingt an den Reiter und nicht in die Satteltaschen gehört. Eingehende Vergleiche der Westentaschensysteme lohnen. Die Taschen müssen so angeordnet sein, daß eine symmetrische Gewichtsverteilung möglich ist.

Große, flache innenliegende Brusttaschen, wie sie das Modell Royal Robbins Field Guide Vest Men hat, ersparen die Kartentasche. Aktuell (2011/05) wird diese Weste in Deutschland anscheinend nicht mehr angeboten. Hier ein Anbieter aus England: >klick<

 

Eine gut gepolsterte Hüfttasche oder Gürteltasche mit breitem Gurt, nimmt die Dinge auf, die mir in der Weste zu schwer oder zu sperrig sind. (Reitermesser, Fotoaparat, Trinkflasche ...) Gute Polsterung und breiter Gurt sind für den Tragekomfort sehr wichtig.

Man muß achtgeben, daß die Gürteltasche nicht zu schwer wird, sonst zieht sie auf langen Touren irgendwann unangenehm in den Bauch oder in den Rücken. Je nach dem, wie herum man sie vorzugsweise trägt.

 

Auf der Webseite zu dem Buch "A. Adrian/ M. Weick: Mit Pferden auf Tour" findet man im Kapitel Ausrüstung unter anderem Ideen für einen selbst gemachten Trinkflaschenhalter und eine Wanderreitschabracke mit innen liegenden Taschen

Wie machen es andere?

Gepäck mitführen oder lieber Gepäcktransfer nutzen?

Während man sich mit den Möglichkeiten, das Gepäck am Pferd zu verstauen beschäftigt, stellt man sich je nach Vorhaben irgendwann die Frage, ob es eventuell sinnvoller ist, zumindest einen Teil des Gepäcks einem Gepäcktransfer-Service zu übergeben. Neben der Kostenfrage ist auch die Belastung des Pferdes abzuwägen.

Je nach dem, wieviel Gepäck man mitführt, verändert sich auch das Reisetempo. Eine gut festgezurrte Bananentasche und andere gut fixierte kleine Taschen stören nicht weiter bei den schnellen Gangarten. Doch je voluminöser und schwerer das Gepäck wird, um so größer werden die Einschränkungen.

Was besser/sinnvoller ist, dafür gibt es keine allgemein gültige Antwort. Da muß jeder die individuellen Umstände abwägen.