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Bodenarbeit

Wie für jeden anderen Reiter auch, sollte auch für Wanderreiter Bodenarbeit die generelle Basis der Reiterei sein, weil erstens der Dialog zwischen Pferd und Reiter vertieft wird und zweitens das Pferd dabei die Möglichkeit erhält, neue Bewegungsabläufe ohne belastendes Reitergewicht im Rücken zu lernen.

Bodenarbeit bedeutet, dass man das Pferd vom Boden aus führt und ihm dabei grundlegende Verhaltensregeln beibringt. Nach der Grundausbildung erarbeitet man mit dem Pferd vom Boden aus die Gewöhnung an spezivische Aufgaben und Situationen.

Erste Ziele der Bodenarbeit sind Tempo- und Richtungskontrolle. Sie funktionieren nur, wenn der Ausbilder zuvor die Rangordnung geklärt hat und vom Pferd als Leader anerkannt wird.

Damit das gelingt, muß man sich mit dem natürlichen Verhalten der Pferde beschäftigen.

 Jutta Wiemers nennt ihr Ausbildungskonzept, das nicht nur Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung sondern auch aus der Pferdephysiotherapie berücksichtigt,  "Feundschaftstraining und Gymnastik".

Auch Markus und Andrea Eschbach erziehen ihre Pferde zu Freunden. Die Rangordnung wird in der Roundpenarbeit  geklärt. Beim Indianischen Reiten, so ist bei ihnen zu lesen, steht das Gefühl für das Pferd im Mittelpunkt. Und das beginnt auch bei ihnen mit der Bodenarbeit. Ihre Vorbilder sind Heinz Welz, Peter Pfister, Pat Parelli, Henry Blake und Tom Dorrance. Alles Persönlichkeiten deren Trainingsmethoden in der Beobachtung des Pferdeverhaltens begründet sind.

Pat Parelli systematisierte in seiner Methode die freundliche, Vertrauen schaffende Annäherung an das Pferd. Er teilt den Individualraum des Pferdes in 5 Zonen ein und macht mit ihm 7 "Spiele". (> Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5 / Teil 6 )

 

Beim Natural Horsmanship erarbeitet man in der Bodenarbeit das Führen des Pferdes durch Signale der Körpersprache, die Signalen entsprechen sollen, mit denen Pferde untereinander kommunizieren.

Bei der Arbeit im Roundpen wird auf den direkten Kontakt zwischen Pferd und Trainer per Seil verzichtet. Um den Bewegungsraum des Pferdes zu begrenzen, arbeitet man auf einem hoch eingezäunten runden Platz. Das Pferd wird mit Blick, Körperhaltung und Gesten, die mit Hilfe von Seil oder Stock/Peitsche vergrößert werden, gelenkt.

Beim Longieren läuft das Pferd an einer langen Leine, der Longe. Es gibt unterschiedliche Longiersysteme, die sich in der Verschnallung der (Hilfs-)Zügel-Systeme unterscheiden.

Linktipp: http://www.reiten.de/hilfszuegel-und-longenarbeit/longieren-start.htm

Auch im Natural Horsemanship arbeitet man mit einem Seil. Doch es wird völlig anders eingesetzt.

Auffallend: Bei dieser Methode werden keinerlei Leckerchen als Belohnung verteilt. Belohnt wird mit freundlicher Zuwendung und Ruhe.

Durch Gymnastizierung wird die Muskulatur gedehnt, gelockert und gekräftigt. Ein besonderes Augenmerk muß der Tragkraft des Rückens gelten. Damit das Pferd einen guten Schub aus der Hinterhand entwickeln kann, muß auch die Bauchmuskulatur gekräftigt werden. All das erleichtert es später dem Pferd, sich unter dem Reiter sicher ausbalanciert zu bewegen.

Auch mit der "Handarbeit" erarbeitet man gymnastizierende Übungen.

Bei dieser Methode führt man das Pferd. Man spricht auch von "Führarbeit".

Kontrastprogramm:

Fritz Stahlecker nennt seine Form der "Handarbeit" SHS-Methode (Sattel-Hand-Sattel).

Je nach Ausbildungsziel wählt man bei fortschreitendem Training zwischen verschiedenen Trainingsformen aus. Spezialitäten sind z.B. das "Fahren" vom Boden aus, zirzensische Lektionen oder die Freiheitsdressur.

Beim "Fahren" wird das Pferd mit einer Doppellonge geführt.

Für den Wanderreiter ist die Bodenarbeit eine gute Möglichkeit, das Pferd mit Angst einflößenden Gegenständen oder Geländesituationen vertraut zu machen. Des Weiteren kann das Zusammenspiel beim Überwinden oder Passieren von Hindernissen jeglicher Art trainiert werden. Dazu gehört - das Führen über Treppen, Brücken, durch Tunnel - Öffnen und Schließen eines Gatters - Überschreiten einer Plane usw. Solche und andere Aufgaben finden sich auch in verschiedenen Parcours wieder, die oftmals Bestandteil einer Reiterprüfung oder einer Reiterralley sind.

Natürliches (!) Verhalten beobachten, mit Komandos verknüpfen, positiv verstärken und dadurch gezielt abrufbar machen, kann zu zirkusreifen Nummern führen. Aber darauf kommt es nicht in erster Linie an. Wichtig ist das dabei gewonnene Vertrauen, daß sich auch in anderen Situationen positiv aus wirkt.

Ein Pferd mit Körpersprache in beliebige Richtungen dirigieren zu können, kann im Gelände sehr wertvoll sein.

Beispiel aus der Bodenarbeit von Peter Kreinberg

http://www.thegentletouch.de/ ist eine von verschiedenen Methoden für Bodenarbeit und sensibles Reiten, die durch die Persönlichkeit eines einzelnen Trainers bestimmt wurde.

Es gibt verschiedene Pferdetrainer, deren auf Beobachtung der Pferde basierende Lehrweisen berühmt wurde. Die Meinungen über die teilweise sehr teuer verkauften Lehren gehen auseinander.

 

Ganz gleich, für welche Methode man sich entscheidet:

Im Mittelpunkt des Interesses muß das Wohlergehen des Pferdes, die Harmonie zwischen Pferd und Reiter und der sichere Umgang mit dem Pferd stehen.